Archive for the ‘Adlers Blick auf die Kultur’ Category

Aktuelle hochpolitische Karikaturen aus den Dolomiten | Manuel Riz ist unverwechselbar und prägnant



mehr von Manuel Riz

Manuel ist grandios!

MGV probt für die Uraufführung eines Stücks von Manuela Kerer | Große Herausforderungen für Brixens Vorzeigechor

von Rudi Reiher
(aus: Hoblschoaten 2010/MGV Brixen)

Beim Männergesangverein laufen zur Zeit intensive Probenarbeiten. In der Herz-Jesu-Nacht wird das Stück „Wenn schwarze Löcher Zigorisalat auf eine Planetenbahn niederschnetzeln und niemand weiss, warum“ uraufgeführt, das die Brixner Komponistin Manuela Kerer nach einem überraschenden Geburtstagsständchen des Kleinen Chors für den MGV geschrieben hat.

Es handelt sich dabei um ein „Chorstück für ein schwarzes Loch, sieben Tenöre, dreieinhalb Bässe, zwei schwule Tenöre, zwei schwule Bässe, zwei schwule Baritone, vier Kastraten, einen Zigoristecher, vier WMF-Salatschüsseln, Essig, Olivenöl und eine Planetenbahn.“ Diese Konfiguration versetzt den traditionsreichen Brixner Verein in der Vorbereitungsphase in erhebliche Schwierigkeiten.

Doch die meisten Anforderungen konnten in der Zwischenzeit gelöst werden. Die Salatschüsseln wurden dem MGV leihweise vom bekannten Manu-Stücke-Ausstatter Helmuth Kerer zur Verfügung gestellt, als schwarzes Loch fungiert der Gemeinderatssaal, die Planetenbahn wird mittels Videoschaltung direkt vom Hubble-Teleskop in den Gemeinderatssaal übertragen. Essig und Olivenöl wurden dem MGV nach längeren Verhandlungen vom Rosenwirt zur Verfügung gestellt. Die Frage mit den schwulen Sängern konnte in langwierigen internen Verhandlungen geklärt werden über die Stillschweigen vereinbart wurde. Der Zigoristecher wurde bei Ellecosta Metallbau nach den Plänen von Hartwig Thaler in Auftrag gegeben, der bei Zigoristechern und anderen schwierigen Darstellungsaufgaben die größte Erfahrung nachweisen konnte.

Wo tun wir die Kastraten her?
Ein schwer lösbares Problem stellen die erforderlichen vier Kastraten dar. Da Manuela Kerer auf der festgelegten Ausstattung beharrt und die Anforderungen an eine authentische Interpretation diesbezüglich wenig Spielraum lassen, deutete lange Zeit alles darauf hin, dass einige MGV-Mitglieder über ihren Schatten und anschließend über das Skalpell springen müssten.


Muss dieses Teil zum Einsatz kommen, damit die Vorgaben der Komponistin erfüllt werden können?

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„Das Brauchtum wütet in allen Lebenssparten“ | Aus einem Text von Georg Paulmichl

(aus: Georg Paulmichl homepage)

BRAUCHTUMSGESTÖBER

Südtirol steht schon lange auf dem Erdenbuckel.

Südtirol ist ein Land, wo das Altertum überall vorkommt. Zum Südtiroler Brauchtum gehören die Brandstifter, der Schneeräumdienst, die Prozessionsfahnen, der Gemeindearzt, der Landeshauptmann und die Dorfpfarrer.

Krumme Kampfsäbel, Stutzen und Brauchtumsträge, werden zum Anblick aufgebahrt. Das alte Plunderzeug und Klappergestell findet keine Ruhepause. Das Brauchtum wütet in allen Lebenssparten.

Die Schweizer Garden haben in der Calvenscene Veteranen singen Kampflieder zur Erholungschlacht den Vinschgau niedergeballert. Grausliche Raubritter haben sich zur Rauflust ins Getümmel geworfen. Früher hat die Musikkapelle mit alten Eiseninstrumenten den Tonreigen geblasen. Das ist lange her.

Früher kommt nicht mehr.

Die alten Blashörner haben in der Musikschule keine Aufgabe. Auch die Frontkämpfer haben ihre alte Tätigkeit. Die alten Kampgeschwader verlassen langsam den Lebenszyklus. Auf dem Soldatenfriedhof kämpfen sie tapfer gegen den Taubenschiß. Medaillen haben sie auch abbekommen für den Schießbefehl. Früher im Altertum hat Gott Bibelwunder vollbracht. Er hat die Lahmen in Marsch gesetzt. Heutzutage sitzen die Lahmen im Rollstuhl. Wo Gott sich aufhält, weiß niemand mehr.

Im Mittelalter hat die Weltlage die Not entfacht. Die Pfannen haben die Räucherkäulen nicht hergegeben. Im Kloster liegen die alten Urkunden vom Todeskampf. Die Weingärung hat eine lange Tradition im Landschaftsbild. Abgetrunkene Landsknechte suchten die Erlösung vom Leben. Der Rinderwahn ist keine Brauchtumstradition. Er ist eine Erfindung der Viehzuchtverbände. Früher war die gute alte Zeit. Ich komme nicht von der Altersherkunft.

Ich bin im neuen Millenium geboren.

Spießrutenlauf für Kunstfreunde | Seppi, überall Seppi!


Hier Donato Seppi…


… dort Donato Seppi …


… und schon wieder Donato Seppi!

Nimmt das denn nie ein Ende?

Nein!!!


Schon wieder der Seppi…

Noch Satire? Schon Groteske? Erotika? | Auf jeden Fall hervorragend gemacht: Egon Rusinas phantatische Bilder


„A golden egg was laid in Val Gardena“


„Snow is a comodity“


„Cuciasl“


„Eguiabocia“

Mehr über und von Egon Moroder Rusina

Laut tönt der Ruf!

Satire? Analyse? Rebellion? | Norbert C. Kasers „Brixener Rede“

(Auszüge aus der „Brixener Rede“ von Norbert C. Kaser, gehalten am 27. August 1969 im Rahmen der Studientagung der Südtiroler Hochschülerschaft in der Cusanus-Akademie in Brixen).

Südtirols Literatur der Zukunft und der letzten zwanzig Jahre

99% unserer Südtiroler Literaten wären am besten nie geboren, meinetwegen können sie noch heute ins heimatliche Gras beißen, um nicht weiteres Unheil anzurichten.

In der Einladung zum heurigen »literarischen kolloquium« heißt es: »Südtirols Literatur ist tot«. Wie aber kann etwas tot sein, das es nie gegeben hat? So spreche ich nun über Dinge, die es nicht gibt.

Hermann Mumelter Poet des Schlern

Trüber Tag

Ich wandert‘ einsam für mich hin,
Ein trüber Tag und trüb mein Sinn.
Und rings am Boden manches Blatt,
Das schon der Herbst gebrochen hat.

Und als ein Windhauch d’rüberglitt,
Da raschelt’s rings: „Komm mit, komm mit!“
„Komm mit, komm mit!“ auf Schritt und Tritt. –
Wie mir dies heut ins Herze schnitt.

Solche Gedichte hat man nie verboten und nie verbrannt. Sie tun niemandem weh. Das sind die Exkremente einer total vertrottelten Bozner Schießbudengesellschaft, die wohl über den Dingen steht und dann und wann ihre Seele entleert. So sind unsere Dichter, so ist auch unser Dichterbild: verlogen, verkitscht und kraftlos.

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