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Wissenswertes zur Zeitschrift „Die Weltbühne“ | Tucholskys Zeit, Tucholskys Welt

Titelseite Weltbühne 2.12.1930

„Die Weltbühne“, 1905 als „Schaubühne“ von Siegfried Jacobsohn in Berlin gegründet, im April 1918 in „Die Weltbühne“ umbenannt, war ursprünglich als Theaterzeitschrift konzipiert und öffnete sich 1913 mit den ersten Artikeln des Jura-Studenten Kurt Tucholsky der Politik.

Titelseite Die Schaubühne 7.9.1905

1918 bis 1926 trat „Die Weltbühne“ für Revolution und Republik ein, um sich von 1926 bis 1933 engagiert und mutig gegen den Faschismus zu stellen. Unter den Autoren befanden sich klingende Namen der Literatur und der darstellenden Künste. So schrieben, illustrierten und gestalteten neben dem großen und stark präsenten und unter vielen Pseudonymen schreibenden Tucholsky, Ernst Bloch, Erich Dombrowski, Lion Feuchtwanger, Siegfried Jacobsohn, Erich Kästner, Klabund, Gustav Landauer, Else Laske Schüler, Erich Mühsam, Carl von Ossietzky, Alfred Polgar, Robert Walser und Arnold Zweig, um nur einige der Autoren zu nennen, die 1929 in einem Eigeninserat der „Weltbühne“ aufgelistet wurden.

Die Weltbühne - Mitarbeiter 1929

Die letzte in Deutschland gedruckte Ausgabe der Weltbühne erschien vor dem Verbot durch die Nazis und zwei Wochen nach dem Reichtagsbrand am 7. März 1933 und endete mit der trotzigen Versicherung: „Denn der Geist setzt sich doch durch“.

Unter großen Mühen entstand in Wien unter dem Einfluss des in die Schweiz emigrierten Siegfried Jacobsohn in der Folge „Die Wiener Weltbühne“ (später „Die neue Weltbühne“), die ihren Redaktionssitz nach dem „Anschluß“ Österreichs nach Prag verlegen musste. Die kriegerischen Ereignisse machte dem Blatt dann ein vorläufiges Ende.

1946 wurde die „Weltbühne“ in Ostberlin von Maud von Ossietzky wieder gegründet, wurde später in der DDR zum Parteiblatt und wurde nach dem Fall der Berliner Mauer 1993 eingestellt, auch weil die Nachfahren von Siegfried Jacobsohn die Namensrechte gerichtlich eingefordert hatten.

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