Posts Tagged ‘Hoblschoaten 2010’

Der abgeschlossene Kurzroman | Nacktscanner? Können wir uns sparen!

von Rudi Reiher
(aus: Hoblschoatn 2010, MGV Brixen)

Der Vorsitzende runzelte die Stirn, als der nächste Tagesordnungspunkt zur Behandlung kam. „Ankauf von Nacktscannern für den Flughafen Bozen“, las er vor. „Wer håt den Punkt af die Tågesordnung g’setzt?“ Der korpulente Herr blickte in die Runde. Ein smarter, gut gekleideter, frisch rasierter, sympathischer, sportlicher Herr hob seinen Zeigefinger und sagte flockig: „I“.

„Dear Punkt isch Chefsåche“, polterte der korpulente Herr: „I hånn miar do schun Gedånkn gmåcht. Miar lösn dess mit a Webkamera.“ „Mit a Webkamera?“, der Smartieboy blickte kurz von seinem Gameboy auf: „wia soll denn sell gian?“

„I pinn jo eh ålm in Piro“, erläuterte der korpulente Herr: „Do låss I merr di Bilder von Flughofn auerschickn und schaugg miar des selber un. Untn muass lei jemat in Passagier sogn, er soll sich in den Kammerle ausziachn. Es isch jo eh meischtns niamand untn!“

„Jo ober in Muntig isch a Schtress, semm fliagen der Sigi, der Charly und der Ossi oidn“, wandte die vollbusige Dame ein, die sich gerade mit dem neuesten L’Oreal-Magazin auseinandergesetzt hatte. „Sell isch koan Problem, dej scheiden als Attentäter aus, der Sigi und der Charly zumindescht. Dej welln no eppas werrn.“ Der korpulente Herr kam ins Grübeln: „Und pan Ossi löst sich dess Problem schpätigschtns pa die nexschtn Wohln.“

„Unt wenn amol an Ausländer weckfliagn will?“ Der flotte Ricky wunderte sich selbst über seinen intelligenten Einwurf. „Koan Problem“, der korpulente Herr setzte sein bekanntes Grinsen auf: „norr lossmer in Flug ausfolln. Schmalt eh koaner…“

<a href=“https://antonadler.files.wordpress.com/2010/02/reiher-klein.jpg“><img class=“alignright size-full wp-image-635″ title=“Rudi Reiher“ src=“https://antonadler.files.wordpress.com/2010/02/reiher-klein.jpg&#8220; alt=““ width=“83″ height=“74″ /></a>von Rudi Reiher
(aus: Hoblschoatn 2010, MGV Brixen)
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MGV probt für die Uraufführung eines Stücks von Manuela Kerer | Große Herausforderungen für Brixens Vorzeigechor

von Rudi Reiher
(aus: Hoblschoaten 2010/MGV Brixen)

Beim Männergesangverein laufen zur Zeit intensive Probenarbeiten. In der Herz-Jesu-Nacht wird das Stück „Wenn schwarze Löcher Zigorisalat auf eine Planetenbahn niederschnetzeln und niemand weiss, warum“ uraufgeführt, das die Brixner Komponistin Manuela Kerer nach einem überraschenden Geburtstagsständchen des Kleinen Chors für den MGV geschrieben hat.

Es handelt sich dabei um ein „Chorstück für ein schwarzes Loch, sieben Tenöre, dreieinhalb Bässe, zwei schwule Tenöre, zwei schwule Bässe, zwei schwule Baritone, vier Kastraten, einen Zigoristecher, vier WMF-Salatschüsseln, Essig, Olivenöl und eine Planetenbahn.“ Diese Konfiguration versetzt den traditionsreichen Brixner Verein in der Vorbereitungsphase in erhebliche Schwierigkeiten.

Doch die meisten Anforderungen konnten in der Zwischenzeit gelöst werden. Die Salatschüsseln wurden dem MGV leihweise vom bekannten Manu-Stücke-Ausstatter Helmuth Kerer zur Verfügung gestellt, als schwarzes Loch fungiert der Gemeinderatssaal, die Planetenbahn wird mittels Videoschaltung direkt vom Hubble-Teleskop in den Gemeinderatssaal übertragen. Essig und Olivenöl wurden dem MGV nach längeren Verhandlungen vom Rosenwirt zur Verfügung gestellt. Die Frage mit den schwulen Sängern konnte in langwierigen internen Verhandlungen geklärt werden über die Stillschweigen vereinbart wurde. Der Zigoristecher wurde bei Ellecosta Metallbau nach den Plänen von Hartwig Thaler in Auftrag gegeben, der bei Zigoristechern und anderen schwierigen Darstellungsaufgaben die größte Erfahrung nachweisen konnte.

Wo tun wir die Kastraten her?
Ein schwer lösbares Problem stellen die erforderlichen vier Kastraten dar. Da Manuela Kerer auf der festgelegten Ausstattung beharrt und die Anforderungen an eine authentische Interpretation diesbezüglich wenig Spielraum lassen, deutete lange Zeit alles darauf hin, dass einige MGV-Mitglieder über ihren Schatten und anschließend über das Skalpell springen müssten.


Muss dieses Teil zum Einsatz kommen, damit die Vorgaben der Komponistin erfüllt werden können?

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Das Ende eines Mythos | Unerhört: Durnwalder tritt Kompetenzen ab!

von Kuno Keiler
(aus: Hoblschoaten 2010, MGV Brixen)

Südtirols prominentestes Auslaufmodell (Eigendefinition des Betroffenen) ist vor einiger Zeit erfolgreich ausgelaufen und das Resultat konnte neun Monate später einer verblüfften Südtiroler Weltöffentlichkeit vorgeführt werden: Greta!

Die kleine Greta wurde sogleich zum harten Prüfstein eines lebenslangen Vater-Mythos, der nun vor der programmierten Auslaufzeit zu bröckeln beginnt. Erstmals seit der definitiven Machtergreifung im fernen 1989 ist es angesichts der kleinen Greta und deren Stoffwechsel zu einem freiwilligen Verzicht des prominenten Erzeugers auf seine herausragende Eigenschaft gekommen, die darin besteht, alles selber zu machen.

Hatte Südtirols erster Macho sich schon nicht in der Lage gesehen, der Geburt beizuwohnen, musste er spätestens bei der ersten Windelfüllung definitiv auf sein Vorrecht der Generalkompetenz verzichten und kleinlaut – wenn auch gewohnt medienwirksam – einräumen, der geschätzten Lebensabschnittspartnerin in diesen Dingen die Kernkompetenz nicht streitig machen zu wollen.

Derweil wächst die kleine Greta heran und wurde auf Fotos gesichtet, auf denen sie ihr Vater so hält wie man es von einer Balletttänzerin erwartet, der ein Presslufthammer in die Hand gedrückt wird. Greta scheint weder Prominenz, noch väterliches Mythenbröckeln in besonderer Weise zu beeindrucken. Sie hat nur mit einer Hypothek zum kämpfen, die sie wohl ein Leben lang begleiten wird. Um was es sich dabei handelt, kann man untenstehendem Bild entnehmen…

Ganz der Papa!? Die Arme… (aus: Hoblschoaten 2010/MGV Brixen, Alexander Lunger)

Der abgeschlossene Kurzroman | Grenzgänger

von Rudi Reiher
(aus: „Hoblschoaten“ 2010, MGV Brixen)

Die Gruppe war schon an die Grenzen der Belastbarkeit gegangen. Keuchend schleppten sich die Wanderer am Waldweg voran. „Herr Bergführer“, ächzte der Salewa-strotzende Wanderer mit dem nagelneuen Steinschlaghelm. „Miar hobm gsågg, dass merr du sågn, in die Perg“, maßregelte ihn der vorausschreitende Prachtkerl und fügte an: „wåss isch denn?“ Der Wanderer schnappte nach Luft und fragte dann: „Wie merkt man es eigentlich, wenn man als Wanderer Südtirol verlassen hat?“

Der Bergführer runzelte die Stirn. Hatte er beim letzten Bergführer-Upgrading-Kurs nicht aufgepasst? Er dachte eine Weile nach. Plötzlich hellte sich sein beim Nachdenken stets zur Finsternis neigendes Gesicht etwas auf. Er stellte sich vor seinem Gast auf und dozierte: „Du pisch nimmer in Sittirol, wenn Du mehr als oan Haus siggsch und derneben koan Feierwehrhalle und koan Vereinshaus schteat.“

Hofburggarten als Eventodrom? | Neue Entwicklungen bei Brixens wichtigstem Verunstaltungsprojekt B

von Kuno Keiler
(aus Hoblschoaten 2010/MGV Brixen)

Bei der letzten Sitzung des Landesumgestaltungbeirates wurden weitere Entwürfe für die Verunstaltung des Hofburggartens in Brixen vorgestellt und besprochen. Der Beirat beschäftigte sich schon zum fünften Mal mit der geplanten Verunstaltung des 3 Hektar  großen Areals, da die bisher eingereichten Vorschläge nicht den ausgeschriebenen Verunstaltungskriterien entsprochen hatten.

Kein Apfel-Glashaus
So fiel das Projekt für ein apfelförmiges Glashaus in dreifacher Größe des Acquarena-Gebäudes wegen offenkundiger Banalität und Streitereien bei der Sortenwahl genauso durch wie der vom Weihnachtsmarktkomitee favorisierte Ganz-Jahres-Lunapark mit Klimawandel-Simulation. Auch der originalgetreue Nachbau der letzten 600 Höhenmeter des Nanga Parbat mit Erlebnispark und Reinhold-Messner-Unterhosen-Museum konnte letztlich nicht überzeugen, da nicht genug leere Sauerstoff-Flaschen und Abfälle aller Art für die Ausgestaltung des Basislagers aufgetrieben werden konnten.

Kein Gondola-Park
Auch der Venice-Gondola-Park mit Liebesparcour fiel sprichwörtlich ins Wasser, da sich die Stadtverwaltung nicht den Sperenzchen der Gondolieri-Gewerkschaft ausliefern wollte und damit rechnen musste, dass der originalgetreue Venedig-Geruch aus 700 Venice-Düsen nicht auf Anhieb bei den Bürgern als unabdingbarer Bestandteil des originalen Venice-Feelings akzeptiert worden wäre.

(aus: Hoblschoaten 2010/MGV Brixen)

Ein interessanter Vorschlag aus Singapur
Wie aus der Sitzung des Landesumgestaltungsbeirates durchsickerte gibt es einen neuen Favoriten unter den eingereichten Projekten.
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