Betonpreis 2009 für Milland „Der neue Friedhof stellt alles in den Schatten!“

von Kuno Keiler
(aus Hoblschoatn 2010, MGV Brixen)

Im Rahmen einer schlichten Feier in der Millander Kirche „Maria am Sand und Schotter“ wurde kürzlich die Verleihung des Betonpreises 2009 vorgenommen, der von der Vereinigung zur Förderung der Betonwirtschaft jährlich vergeben wird und in Insiderkreisen als „Bagger-Nobelpreis“ bekannt ist.

In Milland hoffte man insgeheim schon seit Jahren, die begehrte Auszeichnung ergattern zu können – und lag damit nicht falsch. In seiner Laudatio betonte der Vorsitzende der Südtirol-Sektion der Betonfreunde, Werner B. Eisack, dass der dynamische Vorort der verschlafenen Bischofsstadt ein mehr als würdiger Preisträger sei.


Der Betonpreis 2009 hat in Milland einen würdigen Gewinner gefunden

Zwei wichtige Gestaltungsvorhaben, fuhr der dynamische Betonfreund fort, hätten schließlich das Betonfass fast zum Überlaufen gebracht und damit den nachgerade logischen Preisträger Milland ergeben: Eine unnötige Verbindungsstraße zwischen dem Platschweg und einigen Häusern in Hinterobermilland und der neue Friedhof, der mit besonders stilvollen und werbewirksamen Betonanwendungen alles bisher betonierte in den Schatten stelle.

In seiner Dankesrede ging Preisträger Huber der Obere noch einmal auf die langwierigen Debatten für beide Projekte ein und unterstrich, dass es immer schwieriger werde, den Anforderungen der Betonwirtschaft entgegen zu kommen. Der Preis entschädige ihn für vieles, was er sich in den letzten Monaten habe anhören müssen. Wörtlich meinte der Geehrte: „Wir brauchen wieder bessere Argumente für die segensreichen Wirkungen von Beton als Gradmesser für die Wirtschaftsleistung und die Lebensqualität. Vielleicht“, fügte Huber der Obere selbstkritisch an, „haben wir zu wenig darauf geachtet, die Vorteile gleichmäßiger zu verteilen und einfach zu wenig kommunizidiert!“

Aus diesem Grund, kündigte Huber der Obere an, werde er das Preisgeld, das in Form eines Schecks in unbekannter Höhe übergeben worden war, mit dem Raika-Paule teilen. Diesem sei es gelungen, die Vorzüge der gewählten Trasse der unnötigen Verbindungsstraße im Gemeinderat auf derart überzeugende Weise darzustellen, dass nun an deren sechsspurigen Ausbau gedacht werden könne.

Milland profiliert sich damit auch für 2010 zum Favoriten für den Betonpreis.

Advertisements

2 responses to this post.

  1. Posted by peter unterberger on 14. Februar 2010 at 18:57

    Bin ich hier im Alpenzoo gelandet? Bin gespannt, wann die ganze Alpen-Fauna ihren Satire-Senf zum Besten gegeben haben wird. Kompliment, hier gibt’s wirklich gute Satire zu lesen. Unbedingt weitermachen!!!!

    Peter

    Antwort

  2. interesante artikel,
    Danke

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: