Hofburggarten als Eventodrom? | Neue Entwicklungen bei Brixens wichtigstem Verunstaltungsprojekt B

von Kuno Keiler
(aus Hoblschoaten 2010/MGV Brixen)

Bei der letzten Sitzung des Landesumgestaltungbeirates wurden weitere Entwürfe für die Verunstaltung des Hofburggartens in Brixen vorgestellt und besprochen. Der Beirat beschäftigte sich schon zum fünften Mal mit der geplanten Verunstaltung des 3 Hektar  großen Areals, da die bisher eingereichten Vorschläge nicht den ausgeschriebenen Verunstaltungskriterien entsprochen hatten.

Kein Apfel-Glashaus
So fiel das Projekt für ein apfelförmiges Glashaus in dreifacher Größe des Acquarena-Gebäudes wegen offenkundiger Banalität und Streitereien bei der Sortenwahl genauso durch wie der vom Weihnachtsmarktkomitee favorisierte Ganz-Jahres-Lunapark mit Klimawandel-Simulation. Auch der originalgetreue Nachbau der letzten 600 Höhenmeter des Nanga Parbat mit Erlebnispark und Reinhold-Messner-Unterhosen-Museum konnte letztlich nicht überzeugen, da nicht genug leere Sauerstoff-Flaschen und Abfälle aller Art für die Ausgestaltung des Basislagers aufgetrieben werden konnten.

Kein Gondola-Park
Auch der Venice-Gondola-Park mit Liebesparcour fiel sprichwörtlich ins Wasser, da sich die Stadtverwaltung nicht den Sperenzchen der Gondolieri-Gewerkschaft ausliefern wollte und damit rechnen musste, dass der originalgetreue Venedig-Geruch aus 700 Venice-Düsen nicht auf Anhieb bei den Bürgern als unabdingbarer Bestandteil des originalen Venice-Feelings akzeptiert worden wäre.

(aus: Hoblschoaten 2010/MGV Brixen)

Ein interessanter Vorschlag aus Singapur
Wie aus der Sitzung des Landesumgestaltungsbeirates durchsickerte gibt es einen neuen Favoriten unter den eingereichten Projekten.
Eine Eventagentur aus Singapur hat dem Vernehmen nach vorgeschlagen, ein multifunktionales Eventodrom zu errichten. Das Konzept sieht eine Art Riesenbühne vor, die das gesamte Areal einnimmt und die durch neueste Steuerungs- und Umbautechnik per Knopfdruck für verschiedenste Events umgestaltet werden kann. Bernie Ecclestone soll sich bereits positiv über die Möglichkeit geäußert haben, im Herzen von Europa und mitten in den Alpen und mitten im Eisacktal und mitten in Brixen ein Formel-1-Rennen durchzuführen. Auch die Durchführung von Skiweltcuprennen sei möglich und die Investoren aus Singapur sollen bereits im Gespräch mit den Ausrichtern der Segelregatta um den „Americas-Cup“ im Gespräch sein, um sie davon zu überzeugen, das Segelwettrennen in Zukunft vor Publikum in Brixen auszutragen.

Von Seiten des Tourismusvereines wurden die Gerüchte um das Projekt aus Singapur mit Begeisterung aufgenommen. „Wir könnten dort endlich Brixens Ruf als Kulturstadt gerecht werden und Tiroler Brauchtumsabende mit In-der-Lederhose-zuckt’s-Aufführungen anbieten und wären auch nicht mehr auf den abgefuckten Domplatz als Partymeile angewiesen“, meinte ein hochgradig gut gestimmter Präsident, „und endlich könnten wir zu Silvester ein Indoor-Feuerwerk veranstalten, das nur die zu sehen bekommen, die auch ordentlich Eintritt bezahlen“. Bürgermeister Pürgstaller wollte sich zu den neuen Entwicklungen nicht äußern und ließ sich nur wenig entlocken: „Hauppsåch Äwentt“, meinte er sybillinisch und ließ sein markerschütterndes Hohoho ertönen.

Wir bleiben dran und werden über die weiteren Entwicklungen bei diesem wichtigen Verunstaltungsprojekt berichten.

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One response to this post.

  1. Posted by astrid on 27. Oktober 2010 at 18:27

    wow! endlich a webseite gfundn die mir gfällt. volltreffer. satyrisch, real. oanfoch wohrheit pur! super, mocht’s weiter so

    Antwort

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