EILMELDUNG: Durchbruch im italienischen Parlament | Österreichische Staatsbürgerschaft für SüdtirolerInnen ab sofort möglich!

Auch der parlamentarisch abgebrühte Abgeordnete der Südtiroler-Verwöhnungs-Partei (SVP) Karl Zeller bekam weiche Knie und dem mit allen Wassern gewaschenen Volksvertreter Sigi Brugger (ebenfalls SVP) trieb es die Tränen der Rührung in die Augen, als vor wenigen Minuten die Abgeordnetenkammer einstimmig den Gesetzentwurf zur Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an Südtiroler durchwinkte.


Haben in Rom, Palermo, Siracusa, New York, Moskau und Jenesien für die österreichische Staatsbürgerschaft für SüdtirolerInnen gekämpft – die Parlamentarier Siegfried Brugger und Karl Zeller von der Südtiroler-Verwöhn-Partei. Dem Vorhaben steht nun nichts mehr im Wege.

Besonders die Zustimmung des Partito della Libertà und der Lega kamen doch etwas überraschend, auch wenn inzwischen durchgesickert ist, dass Landeshauptmann Durnberger im Zuge der Finanzverhandlungen mit dem Staat als kleinen Dank für die Verhandlungsbereitschaft die Zuweisung von 250 Ehrenleibrenten des Landes Südtirol für verdiente Staats- und sonstige Diener zugesagt hat, deren Empfänger von der PDL-Parteileitung benannt werden. Darüber hinaus erklärte sich Durnberger dem Vernehmen nach bereit, unter Nutzung des urbanistischen Instruments der Vertragskungelei sieben Dutzend Ferienhäuser im Hochpustertal an Freunde der Freunde in Rom zuzuweisen. Hinter verschlossenen Türen soll Durnberger als kleine Entschuldigung für die SVP-Blockfreiheit und mangelnde Liebe zu Berlusconi auch die Beteiligung der Fa. ANSE (anonima sequestri) an der SEL  zugesagt haben.

Mit tirolerischem Großmut hatte Durnwalder bereits vorher zähneknirschend die Lösung „all’italiana“ akzeptiert, mit der der SVP die verpennte Rückerstattung der Wahlkampfkosten doch noch ermöglicht wurde. „Obwohl wir im Prinzip lieber die Gesetze respektieren und lieber die Konsequenzen tragen, als irgendwelche Mauscheleien zu pflegen“, wird Landeshauptmann Durnberger im Parteiblatt ‚ZIS‘ (Zusammen in Sünde) zitiert, „wollten wir in extremis die bereits anberaumte gerichtlichen Versteigerung von Thommy Widmann verhindern. Das wäre ja wirklich peinlich gewesen, wenn wir noch etwas hätten drauflegen müssen, um die Versteigerung erfolgreich abzuschließen.“

Mit der nunmehr erfolgreich durchgeführten Abstimmung im Parlament ist der Weg für Südtirolerinnen und Südtiroler frei, die österreichische Staatsbürgerschaft zu beantragen, wenn sie die im Gesetzesentwurf festgeschriebenen Voraussetzungen erfüllen. Im wesentlichen müssen sie nachweisen, in direkter Linie von österreichischen Vorfahren abzustammen (Arierpässe werden als Nachweis akzeptiert), nie Habsburger-feindliche Aussagen gemacht oder mit den Grünen und/oder den Roten sympathisiert zu haben, mindestens einmal im Jahr Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat zu essen und allem Italienischen mit einem gewissen Argwohn gegenüber zu stehen. Zum Beweis der letztgenannten Annahme genügt der Nachweis eines „Dolomiten“-Abos.

Der plötzliche Sinneswandel der italienischen Nationalisten könnte auch mit einem in letzter Minute eingebrachten Abänderungsantrag in Zusammenhang stehen, den die SVP-Vertreter nicht mitbekommen hatten, weil sie gerade telefonisch vom Sender Bozen interviewt wurden. Der in Abwesenheit der „montanari“ genehmigte Antrag sieht vor, dass italienische Staatsbürger, die aufgrund von Gesetzen, die nach dem 24.12.2009 in Kraft getreten sind oder treten, eine neue Staatsbürgerschaft annehmen, zum Zeitpunkt der Antragstellung die italienische Staatsbürgerschaft ipso iure hic et nunc aufgeben.

Der Präsident der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini (nicht SVP), erklärte die Hintergründe dieses Antrags dem Reporter von „Adlers Ansichten“ mit folgenden Worten: „Facciamo di tutto, ma proprio di tutto, per abbreviare le inaudite e crudelissime sofferenze di questo popolo tanto flagellato dall’appartenenza al nostro Stato.“

(Für Südtiroler Oberschüler fügen wir hier die Übersetzung von Finis Ausspruch an: „Wir tun alles, aber auch wirklich alles, um das das unerhörte und grausame Leiden dieses Volkes zu verkürzen und es vom Joch der Zugehörigkeit zu unserem Staat zu befreien.“)

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